
Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland startet Studie zu Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenzialen der Wasserstoffwirtschaft
Der Hochlauf der strombasierten Wasserstoffwirtschaft eröffnet Ostdeutschland vielfältige Chancen für Wertschöpfung und Arbeitsmarkt. Um diese Potenziale gezielt zu analysieren und sichtbar zu machen, hat die Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO) das WifOR Institute und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE mit einer umfassenden Studie beauftragt. Sie untersucht die Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale der Wasserstoffwirtschaft in den neuen Bundesländern.
„Hinter der Wasserstoff-Wertschöpfungskette stecken weit mehr als der Aufbau und Betrieb von Elektrolyseuren oder die Anwendung von Wasserstoff in Industrie und Mobilität“, sagt IWO-Geschäftsführer Dominik Härle. „Sie beginnt bereits mit der Forschung und Entwicklung, reicht über Komponentenfertigung und Anlagenbau bis hin zum Export der Technologien. Wir haben in Ostdeutschland hervorragende Kompetenzen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Komponenten- und Anlagenbau. Die Studie liefert uns eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für die strategische Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland.“
Analyse des Wertschöpfungspotenzials ostdeutscher Technologien im globalen Markt
Im Fokus der IWO-Studie stehen dabei die globalen Absatzpotenziale ostdeutscher Technologieunternehmen im Kontext der Elektrolysetechnologien. Auf Basis einer umfassenden Technologie- und Akteursanalyse werden bestehende Kompetenzen der Unternehmen in Ostdeutschland ermittelt und ihre möglichen Wertschöpfungsanteile an einem globalen Markt in der Zukunft abgeschätzt. Darauf aufbauend werden die potenziellen Arbeitsmarkteffekte abgeleitet. Zusätzlich untersucht die Studie die Resilienz industrieller Wertschöpfungsketten im Kontext europäischer Technologiekompetenz.
Zwei ausgewiesene Experten
Die IWO hat für diese Aufgabe zwei ausgewiesene Experten an Bord geholt: das WifOR Institute und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.
Das WifOR Institute ist ein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut mit Schwerpunkt auf makroökonomischen Analysen. Im Bereich Arbeitsmarkt analysiert es die ökonomischen und beschäftigungsbezogenen Wirkungen von Transformationen – von Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten über Qualifikationsbedarfe bis hin zu strategischen Implikationen für Arbeitsmarkt-, Industrie- und Wirtschaftspolitik.
„Unsere Analysen sollen belastbar quantifizieren, welche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte mit dem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland verbunden sein können. Die besondere Stärke dieser Studie liegt im Zusammenspiel von technologischer Expertise, wirtschaftswissenschaftlicher Analyse und dem klaren Fokus der IWO auf Ostdeutschland. Damit schaffen wir eine empirische Grundlage für strategische industrie- und arbeitsmarktpolitische Entscheidungen“, erklärt Florian Fickler, Teamlead für den Bereich Arbeitsmarktforschung beim WifOR Institute.
Das Fraunhofer ISE in Freiburg zählt zu den führenden europäischen Forschungseinrichtungen im Bereich erneuerbarer Energien. Forscherinnen und Forschern arbeiten dort an technischen Lösungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Materialforschung über die Entwicklung und Optimierung von Elektrolyseprozessen bis hin zur Systemintegration in Energieinfrastrukturen.
„Wir wollen zeigen, welche technologischen Kompetenzen in Ostdeutschland bereits vorhanden sind und wie sie gezielt ausgebaut werden können”, sagt Stefan Aschbrenner, Projekt Manager für Wasserstoffinfrastruktur und Technische Systemanalyse am Fraunhofer ISE.
Ostdeutschland bündelt die Kräfte für Wasserstoff
Die Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland e.V. (IWO) ist die gemeinsame Plattform der sechs Bundesländer im Osten Deutschlands, um die Wasserstoffwirtschaft länderübergreifend voranzutreiben. Sie bündelt die regionalen Expertisen und Stärken aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Bund unterstützt die Initiative als Netzwerkmitglied.
Die Gründung der IWO geht auf einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz Ost 2022 zurück. Grundlage war die Riemser Erklärung in der festgehalten wurde: „Ostdeutschland besitzt für die Umsetzung eines Wasserstoffhochlaufes entlang der gesamten Wertschöpfungskette Stärken, die sich komplementär ergänzen können. Eine effiziente länderübergreifende Zusammenarbeit bietet die Möglichkeit, Synergien zu erschließen und Kosten zu reduzieren.“
In diesem Sinne ist es die Mission der IWO, die vorhandenen Chancen und Potentiale zu erschließen und Ostdeutschland als Schlüsselregion für die Wasserstoffwirtschaft zu etablieren. IWO vernetzt Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung und fördert die überregionale Kooperation aller Mitglieder. Ein zentrales Ziel ist es dabei, die Rahmenbedingungen für Wasserstoffprojekte zu optimieren.
Wasserstoff als Treiber für Entwicklung
Mit der Studie schafft die IWO eine evidenzbasierte Basis für die Industrie- und Fachkräftepolitik im Kontext der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie Ostdeutschland seine bestehenden Kompetenzen strategisch ausbauen und sich als Schlüsselregion des europäischen Wasserstoffhochlaufs etablieren kann.
Die Ergebnisse werden im Spätsommer 2026 vorgestellt.
Zu den Instituten
Kontakte für Medienanfragen
Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO) e.V.
Sachsendamm 63 | 10829 Berlin
Öffentlichkeitsarbeit
Henrike Knopf | Referentin Wasserstoffwirtschaft
M henrike.knopf@h2iwo.de
Projektleitung
Alexander Spieß | Senior Expert Hydrogen
M alexander.spiess@h2iwo.de
