Wasserstoff: Thüringen übergibt den Vorsitz der ostdeutschen Wasserstoffinitiative an Berlin
Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten
Die sechs ostdeutschen Länder hatten die IWO vor einem Jahr mit dem Ziel gegründet, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Region eng zu vernetzen, um das Potenzial von klimaneutralem Wasserstoff besonders für den Osten Deutschlands zu nutzen. Im Jahr 2025 ging es darum, die Geschäftsstelle in Berlin aufzubauen und strategische Themen zu identifizieren, um diese ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden sollen. Dazu gehören z.B. eine Wasserstoffverteilnetzstudie, eine Veranstaltung in Brüssel, eine Fachkräftestudie und ein Ostdeutscher Wasserstoffkongress.
Energieminister Tilo Kummer erklärt dazu: „Wir haben in Thüringen in diesem Bereich noch viel Potential und wichtige Akteure beim Bau von Elektrolyseuren und Wasserstoff-Tankstellen. Wir brauchen allerdings passende politische Rahmenbedingungen, damit es hier vorwärtsgeht. Dazu müssen wir den Netzanschluss von Elektrolyseuren vereinfachen und Benachteiligungen beenden. Wenn wir Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen schaffen, kann Thüringen von der Wasserstoffwirtschaft profitieren.“
Mit Blick auf EU-Regeln ergänzt der Energieminister: „Gemeinsam als IWO bringen wir uns auf europäischer Ebene ein, weil die Regeln, etwa zur Einstufung klimaneutralen Wasserstoffs oder zu Wasserstoffnetzen, direkt die Investitionssicherheit und damit die Standortentwicklung in Ostdeutschland beeinflussen. Das werden wir auch auf der anstehenden Energieministerkonferenz Anfang Dezember 2025 in Stralsund besprechen.“
Startschuss für Verteilnetz- und Fachkräftestudie
Um eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur zu schaffen, wurde im Oktober 2024 das Wasserstoff-Kernnetz als Grundlage des überregionalen Wasserstofftransports von der Bundesnetzagentur genehmigt und soll bis 2032 schrittweise errichtet und in Betrieb genommen werden. Im nächsten Schritt gilt es nun, ein Wasserstoff-Verteilnetz zu entwickeln, das den Zugang zu Wasserstoff für Kommunen, Industrie und Gewerbe möglich macht. Im Rahmen einer erstmals für den gesamten Osten Deutschlands zu erarbeitenden Wasserstoffverteilnetzstudie sollen auch Erzeugungspotentiale Berücksichtigung finden.
An diesem Montag (1.Dezember) übergibt Thüringen den Vorsitz der „Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland e.V.“ (IWO) an Berlin.
Die IWO wird sich außerdem mit dem Thema Fachkräfte für die Wasserstoffwirtschaft beschäftigen und dazu eine Studie erstellen, denn für den erfolgreichen Aufbau der Wasserstoffwirtschaft sind genügend qualifizierte Fachkräfte entscheidend. Schon jetzt ist absehbar, dass in vielen Bereichen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette großer Bedarf entstehen wird.
Ostdeutscher Wasserstoffkongress und Wasserstoffveranstaltung in Brüssel
Der Osten Deutschlands hat im Bereich der Wasserstofftechnologie vielfältige Kompetenzen vorzuweisen und möchte auch weiterhin seine Potenziale für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ausschöpfen. Um diese Stärken sichtbarer zu machen und Akteure besser überregional zu vernetzen, soll eine neue Kongressreihe zum Thema Wasserstoff entstehen – mit Fokus auf den Osten Deutschlands und internationaler Ausrichtung. Die Geschäftsstelle hat dafür zusammen mit Partnern ein Veranstaltungskonzept erstellt. Der erste Kongress wird 2026 in Leipzig stattfinden.
Um die ostdeutschen Wasserstoffinteressen auch im europäischen Kontext sichtbar zu machen und die Forderungen der IWO in Bezug auf die Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen gezielt zu adressieren, plant die IWO im ersten Quartal 2026 eine Veranstaltung mit anschließenden bilateralen Gesprächen in Brüssel.
