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Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland

Die Studie Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland untersucht die Chancen, die für Ostdeutschland in der Herstellung und dem Export von Elektrolyseuren und zugehörigen Komponenten in einem globalen Markt bestehen. Die Studie ergänzt damit eine wichtige industrielle und volkswirtschaftliche Perspektive. Im Fokus stehen dabei die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte von System- und Komponentenherstellern in einem global wachsenden Markt.

Zur Ermittlung der Potenziale baut die Studie auf einer detaillierten Technologie- und Marktanalyse auf und verbindet die Ergebnisse mit einem regionalisierten Input-Output-Modell. Über die entwickelten Szenarien erfolgt schlussendlich die potenzielle Entwicklung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte von heute bis 2045. Dabei werden die bestehende Akteurslandschaft und die technologischen Kompetenzen in Ostdeutschland untersucht. Effekte aus dem Aufbau der Produktionskapazitäten, dem Bau und Betrieb der Anlagen, dem Transport und der Nutzung von Wasserstoff sowie der Instandhaltung der Anlagen werden in der Studie hingegen nicht betrachtet.

Im Ergebnis zeigen die Szenarien für 2045 für Ostdeutschland ein Bruttowertschöpfungspotenzial in einer Spanne von 480 Mio. bis 2,2 Mrd. Euro auf. Das Basisszenario mit rund 1,4 Mrd. € bewegt sich damit in der heutigen Größenordnung der Herstellung von Papier und Papierwaren in Ostdeutschland. Die 2,2 Mrd. € entsprechen der heutigen Bruttowertschöpfung der Kokerei und Mineralölverarbeitung.

Das wirtschaftliche Potenzial reicht deutlich über die Elektrolyseurhersteller hinaus. Wie viel Wertschöpfung in Ostdeutschland verbleibt, hängt wesentlich von der Einbindung regionaler Zulieferer ab. Weiterhin benötigt die Elektrolyseherstellung unter anderem Metallerzeugnisse, elektronische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen, Maschinen sowie chemische und materialbezogene Vorleistungen.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung sind auch relevante Beschäftigungspotenziale verbunden. Im Basisszenario ergibt sich für 2045 ein Beschäftigungseffekt von rund 12.570 Personen, davon etwa 8.080 bei den Elektrolyseurherstellern und 4.490 in den ostdeutschen Zulieferketten. Je nach Marktszenario reicht die Größenordnung von rund 4.300 bis 20.000 Personen. Der Schwerpunkt liegt dabei mit 58 Prozent des Effekts auf Fachkrafttätigkeiten, weitere rund 30 Prozent auf Spezialisten und Experten.

Zur Realisierung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale kann in Ostdeutschland auf einer starken Akteurslandschaft, bestehend aus Elektrolyseherstellern, Zulieferern sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, aufgebaut werden. Besonders ausgeprägte regionale Kompetenzschwerpunkte bestehen im Raum Dresden–Chemnitz, in Berlin-Potsdam sowie im Korridor Erfurt–Arnstadt–Sonneberg. Für Wirtschafts- und Standortpolitik bedeutet dies, bestehende Cluster nicht allein als Forschungs- oder Herstellerstandorte zu betrachten, sondern gezielt OEMs, Zulieferer, Forschung und potenzielle industrielle Neueinsteiger miteinander zu verbinden.

Aus der technischen Detailanalyse der Elektrolysetechnologien AEL, AEMEL, PEMEL und SOEL geht hervor: Für alle Technologien ist der Stack der zentrale technologische Wertschöpfungskern. Mit etwa 25 bis 35 Prozent der Herstellungskosten bildet er den größten Einzelkostenblock und bietet ein entsprechendes Wertschöpfungspotenzial.

Für Ostdeutschland besteht damit eine reale, aber keineswegs automatische industriepolitische Chance. Entscheidend ist nicht allein, ob der internationale Elektrolyseurmarkt wächst, sondern ob die Region ihre vorhandenen Hersteller-, Forschungs- und Industriekompetenzen in wettbewerbsfähige Produktions- und Zulieferstrukturen übersetzen kann. Dafür müssen Markthochlauf und Investitionsbedingungen verlässlicher werden, regionale Cluster und Lieferketten gezielt weiterentwickelt, strategische Technologiekompetenzen und Versorgungsketten gesichert sowie die benötigte Fachkräftebasis aufgebaut werden. Gelingt dies, kann Elektrolyseurproduktion nicht nur einen neuen Absatzmarkt für einzelne Hersteller schaffen, sondern einen breiteren Beitrag zur industriellen Wertschöpfung und Beschäftigung in Ostdeutschland leisten.

 

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