Dr. Felix Groba und Henrike Knopf beim 1. Ostdeutschen Wasserstoffkongress in Dresden Foto: Tom Schulze

Ostdeutscher Wasserstoffkongress: IWO zeigt Chancen für industrielle Wertschöpfung in Ostdeutschland

Wie kann Ostdeutschland vom globalen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft wirtschaftlich profitieren und welche Wertschöpfungspotenziale entstehen durch den wachsenden Markt für Wasserstofftechnologien?

Diese Frage beleuchtete die Initiative Wasserstoff Ostdeutschland (IWO) mit ihrem Vortrag auf dem ersten Ostdeutschen Wasserstoffkongress (OWK) in Dresden. Als Initiativpartner unterstützte die IWO die Veranstaltung und brachte ihre Perspektive sowohl mit einem Vortrag im Fachprogramm als auch mit einem eigenen Ausstellerstand ein.

Dr. Felix Groba, Vorstandsvorsitzender der IWO, eröffnete den Vortrag mit einer Einordnung der Initiative als gemeinsame Plattform der sechs ostdeutschen Länder und skizzierte die Rolle Ostdeutschlands im entstehenden Wasserstoffökosystem. Anschließend stellte Henrike Knopf, Referentin Wasserstoffwirtschaft der IWO, erste Ergebnisse einer neuen Studie zu den Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenzialen der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland vor. Mit der Erstellung der Studie hat die IWO das WIFOR Institut und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE beauftragt.

Elektrolyseure produzieren mehr als Wasserstoff

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für die Dekarbonisierung von Industrie, Wärme und Mobilität. Gleichzeitig eröffnet der Markthochlauf neue Perspektiven für den Industriestandort Ostdeutschland.

Genau hier setzt die von der IWO beauftragte Studie an. Während bisher vor allem der Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur, die Erzeugung von Wasserstoff oder dessen Einsatz in Industrie und Mobilität im Fokus standen, untersucht die Studie erstmals systematisch die Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale der Herstellung von Elektrolyseuren und ihrer Zulieferketten in Ostdeutschland.

Damit schafft die IWO eine neue industriepolitische Perspektive auf die Wasserstoffwirtschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Ostdeutschland nicht nur Wasserstoff nutzen, sondern auch von der Produktion und dem Export der dafür benötigten Technologien profitieren kann.

Die Studie liefert damit erstmals eine fundierte Grundlage, um die wirtschaftlichen Chancen der Wasserstofftechnologien für Ostdeutschland zu bewerten und strategische Handlungsfelder für Politik, Wirtschaft und Forschung abzuleiten.

Ostdeutschland verfügt bereits heute über eine starke Akteurslandschaft aus Elektrolyseurherstellern, spezialisierten Zulieferern, Forschungseinrichtungen und industriellen Kompetenzzentren. Die wirtschaftliche Chance liegt daher nicht nur in der Produktion und Nutzung von Wasserstoff, sondern auch im Export der Technologien, die den weltweiten Wasserstoffhochlauf erst ermöglichen.

Erste Einblicke in die Wertschöpfungsstudie

Im Rahmen des Vortrags stellte die IWO erstmals ausgewählte Ergebnisse der Studie vor.
Die ersten Analysen zeigen erhebliche wirtschaftliche Potenziale für Ostdeutschland. Je nach Szenario reicht das Bruttowertschöpfungspotenzial im Jahr 2045 von mehreren hundert Millionen Euro bis in den Milliardenbereich.

Im Basisszenario erreicht die jährliche Bruttowertschöpfung eine Größenordnung, die mit der heutigen Herstellung von Papier und Papierwaren in Ostdeutschland vergleichbar ist. Im ambitionierten Szenario bewegt sie sich auf dem Niveau der heutigen Mineralölverarbeitung.

Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich, dass die wirtschaftlichen Potenziale weit über die Herstellung von Elektrolyseuren hinausreichen. Wertschöpfung entsteht entlang kompletter Lieferketten, von der Metallverarbeitung über elektronische Komponenten und elektrische Ausrüstungen bis hin zum Maschinenbau und weiteren industriellen Vorleistungsbereichen.

IWO als Aussteller beim OWK

Neben dem Fachvortrag präsentierte sich die IWO mit einem eigenen Stand auf dem Kongress. Begleitet wurde die Initiative dabei von jeweils einer Organisation aus jedem der sechs Mitgliedsländer.
Am Stand vertreten waren:

Der gemeinsame Auftritt machte deutlich, was die IWO auszeichnet: Die Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland lebt von starken Akteuren in den Ländern. Als gemeinsame Plattform der ostdeutschen Länder fördert die IWO den Austausch über Landesgrenzen hinweg und bündelt gemeinsame Interessen. Auf diese Weise werden aus regionalen Stärken gemeinsame Perspektiven für den Wasserstoffstandort Ostdeutschland.

Studienvorstellung am 16. September

Die vollständigen Ergebnisse der Studie „Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktpotenziale der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland“ stellt die IWO am 16. September vor.

Interessierte erhalten dort einen vertieften Einblick in die wirtschaftlichen Chancen, die sich für Ostdeutschland aus dem weltweit wachsenden Markt für Wasserstofftechnologien ergeben.

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Fotos: Tom Schulze

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